Bearbeitungsschritte

Vom Ton bis zum fertigen Stück geht es durch sechs Momente: Drehen, Trocknen, erster Brand, Glasieren, Dekorieren und Alterung. Keiner wird übersprungen und keiner abgekürzt.

Zwischen einer Phase und der nächsten wartet das Stück, und diese Zeit sieht man im Ergebnis: Es ist der Unterschied zwischen einem Gegenstand, der gebaut wird, und einem, der bloß produziert wird.

Drehen und Formen

Alles beginnt damit, dem Ton eine Form zu geben, und das geht auf zwei Arten: an der Scheibe, wo das Stück unter den Händen kreisend entsteht, oder durch Modellieren, indem man es Stück für Stück von Hand aufbaut. Die Wahl hängt vom Objekt ab.

Trocknen und erster Brand

Ein geformtes Stück kommt nicht sofort in den Ofen: Zuerst muss es alles Wasser verlieren, das der Ton hält. Das Trocknen ist langsam und natürlich, ohne Temperatursprünge, denn ein plötzlicher Wechsel hier bedeutet später einen Riss. Erst dann kommt der erste Brand, bei etwa 1000 Grad für rund dreizehn Stunden.

Glasieren

Aus dem ersten Ofen kommt das Stück porös und matt heraus. Die Glasur auf Basis von Oxiden und Kaolin überzieht es mit einem vollen Weiß: Sie ist die Leinwand, auf der die Dekorateure arbeiten werden. Ohne diesen Schritt hätte die Farbe nichts, worauf sie aufliegen könnte.

Dekoration

Hier bekommt das Stück seinen Charakter. Die Farben entwickeln und bereiten wir selbst in der Werkstatt, und gemalt wird von Hand, ein Strich nach dem anderen. Es ist die Phase, in der zwei Objekte derselben Form aufhören, gleich zu sein.

Zweiter Brand und Alterung

Der zweite Brand ist der, der entscheidet. Die Hitze fixiert die Farben und holt den Glanz der Glasur heraus, und mit einer Arbeit an Hell und Dunkel bekommt die kristallisierte Oberfläche Tiefe, ein Effekt, der auf Caravaggio schaut.

Die Arbeit am Pinienzapfen

Der Pinienzapfen ist der Grenzfall von all dem: Die Basis entsteht an der Scheibe, dann wird jedes einzelne Segment von Hand angesetzt, eines nach dem anderen. Deshalb sind zwei Zapfen nie identisch, und genau das kann ein industrielles Stück nicht geben.

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